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Villa Servais… ein Gebäude mit Geschichte

1847-1895

Baumeister François Servais und Familie

Der Architekt Jean-Pierre Cluysenaar entwarf 1847 im Auftrag des Halse-Cellisten Adrien François Servais die imposante Villa, die teilweise als Privathaus genutzt wurde und auch zum Treffpunkt für Musiker und lokale Musikvereine wurde. François Servais wuchs in der wunderschönen Region des Sennetals auf und ließ sich mit seiner Frau Sophie und den Kindern Sophie, Franz, Joseph, Marie, Anna und Augusta in der Villa nieder. Innerhalb der Mauern dieses statischen Gebäudes herrschte Musikalität und Künstler waren zu Hause. Der „salle de musique“ im Erdgeschoss nahm mehr als ein Viertel der gesamten Etage ein. Hier lud der Komponist und Cellist die Spitze der Musikszene ein. Der französisch-polnische Bildhauer Cyprien Godebski, der Servais‘ älteste Tochter Sophie heiratete, meißelte 1864 die berühmten Flachreliefs in die Fassade. Ihre jüngste Tochter Misia schrieb später in ihren Memoiren über die schöne Zeit, die sie in der Villa verbrachte. Auch nach dem Tod von Servais blieb der Ort ein Treffpunkt für Adlige, Künstler und Musiker.

1895-1947

Vom Privathaus bis zum Soldatenquartier

1886 zog die Familie nach Ixelles und Rechtsanwalt Albert Leemans und seine Familie wurden Mieter der Villa Servais. Ab 1895 lebte dort der Architekt und Witwer Arthur Carlier mit seiner unverheirateten Schwester und Haushälterin. Er ließ auf der linken Seite einen Anbau errichten und verwandelte die Villa Servais in ein Zweifamilienhaus. Auch der Konzertsaal und der große Salon wurden in kleinere Räume unterteilt. Vier Jahre später bezog Charles Louis Ceyssens mit seiner Frau und seinen drei Kindern die zweite Hälfte der Villa. Nach dem Auszug beider Familien wurde die Villa Servais 1920 wieder zu einem Einzelwohnsitz und Victor Devleminck und seine zweite Frau Aline Vetsuypens zogen ein. Wahrscheinlich ließ er auch die dreistufige Treppe und die beiden Löwen an der Vorderseite des Gebäudes ausarbeiten. Fünf Jahre nach Alines Tod starb auch Victor. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Villa von deutschen und später britischen Soldaten bewohnt.

1948-1967

Heimat für die Gendarmerie

1947 kaufte die Witwe Marie Denayer-Cromphout, die auch eine Bäckerei in der Sint-Rochusstraat hatte, die Villa Servais und ließ das Anwesen renovieren, damit neun Familien darin leben konnten. Die meisten Familien blieben dort für einen kurzen Zeitraum von mehreren Monaten. In vier Jahren würde die Villa somit rund dreißig Familien Unterschlupf bieten. Ab Oktober 1951 wurde das imposante Gebäude ausschließlich von der Gendarmerie und ihren Familien genutzt. Bis 1967 gab es insgesamt etwa dreißig Gendarmeriefamilien. Das Haus war damals sehr rudimentär, ohne Heizung in den Schlafzimmern und ohne Badezimmer.

1967-1981

Nachbarschaftsschule des Sacred Heart Institute und Zilverberk Atheneum

Von September 1967 bis Juni 1978 summte die Villa Servais von fröhlichen Kinderstimmen. Als Nebengebäude der Hauptschule an der Parklaan konnten auch Grundschulkinder und später Vorschulkinder dorthin gehen. Rund 160 Schüler, verteilt auf acht Klassen, verbrachten dort eine nostalgische Schulzeit.
Von 1978 bis 1980 nahmen die Schüler der fünften und sechsten Klasse der Nationalen Grundschule (‚Zilverberk‘) Unterricht in der Villa Servais.
Trotz des eingeschränkten Komforts erlebten die vielen Schulkinder in diesem einzigartigen Gebäude einen Kindheitstraum.

1981 – 2016

Auf zu einer neuen Geschichte…

Ab 1981 stand die Villa Servais leer und wurde kurzzeitig mit dem Abbruchhammer bedroht. 1986 wurde das Gebäude offiziell unter Denkmalschutz gestellt. Wenn das Familie De Poorter-Leschevin 2016 das Gebäude als privates Projekt erwarb und eine umfangreiche Restaurierungsakte genehmigen ließ, erhielt die Villa Servais neue Impulse. Bei der kompletten Restaurierung stehen Authentizität, Erlebnis und zeitgemäßer Komfort im Vordergrund. Das Gebäude wird teilweise zu einem privaten Wohnhaus, ein Gästehaus mit acht luxuriösen Zimmern, einer attraktiven Teestube und sogar der berühmte „salle de musique“ werden restauriert.

Die Villa Servais wird wieder zum Anziehungspunkt für Jung und Alt.

(Quelle: DVD-Booklet – Leben in der Villa Servais (1847-2018) – @vzw den Ast & Villa Servais)